Warum professionelle Immobilienfotos mehr Aufmerksamkeit erzeugen

Wie hochwertige Bilder die Wahrnehmung von Immobilienangeboten beeinflussen – und was wissenschaftliche Untersuchungen über ihren Einfluss auf Klickzahlen und Vermarktung sagen.

Wer heute eine Immobilie verkaufen möchte, präsentiert sie in der Regel zunächst im Internet. Auf Immobilienportalen und den Webseiten von Maklern konkurrieren zahlreiche Angebote um die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer. Dabei entscheidet häufig schon der erste visuelle Eindruck darüber, ob sich jemand näher mit einem Angebot beschäftigt oder einfach weiterscrollt.

Die Immobilienfotografie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Immobilienvermarktung. Doch handelt es sich dabei lediglich um eine Frage der Ästhetik oder lässt sich der Einfluss guter Bilder auch wissenschaftlich belegen?

Tatsächlich gibt es interessante Untersuchungen, die zeigen, welchen Stellenwert die Bildqualität und die Auswahl der Immobilienfotos für die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer haben.

1. Wissenschaftliche Studie: Eine optimierte Bildauswahl erzielt deutlich mehr Klicks

Eine besonders interessante Untersuchung wurde 2022 im wissenschaftlichen Fachjournal Entropy veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Validation of an Aesthetic Assessment System for Commercial Tasks“ und beschäftigt sich mit dem Einfluss ästhetisch ansprechender Bilder auf die Aufmerksamkeit bei Immobilienanzeigen.

Ein spanisches Forscherteam untersuchte dafür drei Immobilienportale und drei Immobilienunternehmen. Die Wissenschaftler verglichen die ursprünglich verwendete Reihenfolge der Immobilienbilder mit einer alternativen Bildauswahl, bei der ein KI-gestütztes System die visuelle Attraktivität der Aufnahmen bewertete. Bilder mit höheren ästhetischen Bewertungen wurden dabei weiter vorne platziert.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert:

  • Bei den untersuchten Immobilienportalen erhöhte sich die durchschnittliche Anzahl der Klicks um 52,54 Prozent.

  • Bei den untersuchten Immobilienunternehmen betrug die durchschnittliche Steigerung 40,08 Prozent.

Die Unterschiede waren statistisch signifikant.

Die Untersuchung zeigt damit, dass nicht nur die Existenz von Immobilienbildern, sondern auch deren Auswahl und Reihenfolge einen messbaren Einfluss auf die Aufmerksamkeit haben können.

Wichtig ist allerdings die Einordnung: Die Studie vergleicht nicht professionelle Fotografen mit Hobbyfotografen. Sie untersucht vielmehr die Wirkung einer optimierten Bildauswahl und Bildplatzierung. Die genannten Steigerungen sind daher keine allgemeine Erfolgsgarantie für professionelle Immobilienfotografie.

Zur Originalstudie: Validation of an Aesthetic Assessment System for Commercial Tasks – Entropy (2022).

2. Hochauflösende Immobilienfotos sind für Kaufinteressenten besonders wichtig

Auch die amerikanische Immobilienplattform Zillow untersucht regelmäßig das Verhalten von Immobilienkäufern.

Im Consumer Housing Trends Report 2025 wurde unter anderem gefragt, welche Bestandteile einer Immobilienanzeige für potenzielle Käufer am wichtigsten sind.

Die Ergebnisse zeigen:

  1. Grundriss 33 %

  2. Hochauflösende Fotos 26 %

  3. 3D- bzw. virtuelle Besichtigung 20 %

  4. Schriftliche Objektbeschreibung 15 %

Hochauflösende Immobilienfotos belegten damit den zweiten Platz. Mehr als jeder vierte befragte Interessent stufte sie als wichtigstes Merkmal einer Immobilienanzeige ein.

Die Untersuchung basiert auf mehreren national repräsentativen Befragungen von insgesamt mehr als 18.100 Kaufinteressenten in den USA. Die Ergebnisse lassen sich zwar nicht uneingeschränkt auf den deutschen Immobilienmarkt übertragen, verdeutlichen aber den hohen Stellenwert hochwertiger Bilder bei der digitalen Immobiliensuche.

Zur Untersuchung: Zillow Consumer Housing Trends Report 2025 – Prospective Buyers.

3. Mehr Bilder und Seitenaufrufe können den Vermarktungserfolg unterstützen

Eine weitere Untersuchung von Zillow beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Anzahl veröffentlichter Immobilienfotos, den Seitenaufrufen und der Verkaufsdauer.

Unter dem Titel „Searched It, Saw It, Bought It: How Listing & Home Characteristics Impact Days on Market“ analysierte Zillow Immobilienangebote aus dem vierten Quartal 2014, die bis zum 31. März 2015 verkauft wurden.

Die Ergebnisse zeigten:

  • Immobilienanzeigen mit weniger als neun Fotos hatten eine rund 20 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 60 Tagen verkauft zu werden, als Anzeigen mit 22 bis 27 Fotos.

  • Immobilien mit mindestens 280 Seitenaufrufen innerhalb der ersten Woche hatten eine geschätzte Verkaufswahrscheinlichkeit von rund 36 Prozent innerhalb von 60 Tagen.

  • Bei Immobilien mit weniger als 100 Seitenaufrufen lag dieser Wert bei rund 12 Prozent.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die Aufmerksamkeit für ein Immobilienangebot und die Anzahl der veröffentlichten Bilder mit der Vermarktungsdauer zusammenhängen können.

Allerdings handelt es sich um statistische Zusammenhänge und nicht um einen eindeutigen Nachweis, dass allein die Fotos einen schnelleren Verkauf verursachen. Auch Faktoren wie Angebotspreis, Lage und Objektzustand spielen eine wichtige Rolle.

Zur Originaluntersuchung: Searched It, Saw It, Bought It – Zillow Research.

4. Worauf es bei professionellen Immobilienfotos ankommt

Gute Immobilienfotografie bedeutet mehr, als möglichst viele Bilder aufzunehmen. Entscheidend ist eine überzeugende und zugleich realitätsnahe Darstellung der Immobilie.

Dazu gehören insbesondere:

  • Perspektive und Bildkomposition: Räume werden so fotografiert, dass ihre Größe und Aufteilung nachvollziehbar bleiben.

  • Licht und Belichtung: Eine ausgewogene Belichtung lässt Innenräume freundlich und natürlich wirken.

  • Farben und Weißabgleich: Eine realistische Farbwiedergabe sorgt für einen authentischen Gesamteindruck.

  • Gerade Linien: Korrekt ausgerichtete Wände und Gebäudekanten schaffen eine harmonische Darstellung.

  • Durchdachte Bildauswahl: Die wichtigsten Bereiche werden aussagekräftig präsentiert und sinnvoll angeordnet.

Besonders wichtig ist das Titelbild einer Immobilienanzeige. Es ist häufig der erste Kontaktpunkt mit potenziellen Käufern. Deshalb sollte es ein aussagekräftiges Motiv zeigen, das die Immobilie angemessen repräsentiert und Interesse an den weiteren Aufnahmen weckt.

Auch die Reihenfolge der Bilder sollte durchdacht sein. Eine nachvollziehbare Präsentation der Außenansicht, der Wohnbereiche, der Küche, der Schlafzimmer und weiterer Räume erleichtert Interessenten die Orientierung.

5. Fazit: Gute Immobilienfotos sind eine Investition in die Vermarktung

Die verfügbaren Untersuchungen liefern überzeugende Hinweise darauf, dass hochwertige und gezielt ausgewählte Immobilienbilder die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer erhöhen können.

Besonders interessant ist die spanische Studie aus dem Jahr 2022: Sie ermittelte bei einer optimierten Bildauswahl durchschnittlich 40,08 Prozent mehr Klicks bei den untersuchten Immobilienunternehmen und 52,54 Prozent mehr Klicks bei den untersuchten Immobilienportalen.

Auch die Zillow-Untersuchungen unterstreichen den hohen Stellenwert hochwertiger Bilder und einer umfangreichen visuellen Präsentation.

Natürlich garantieren professionelle Immobilienfotos weder einen bestimmten Verkaufspreis noch einen schnellen Verkaufsabschluss. Sie können aber dazu beitragen, eine Immobilie überzeugender zu präsentieren und mehr Interessenten auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Für private Immobilienverkäufer und Immobilienmakler bedeutet das: Wer eine Immobilie im Internet erfolgreich präsentieren möchte, sollte der Qualität der Immobilienfotografie entsprechende Aufmerksamkeit schenken.

Denn bevor ein Interessent eine Immobilie besichtigt, muss er zunächst einmal auf sie aufmerksam werden. Und dafür sind überzeugende Bilder ein entscheidender erster Schritt.

Immobilienfotografie Bielefeld – professionelle Immobilienbilder für private Verkäufer, Vermieter und Immobilienmakler in Bielefeld und Umgebung.

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